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Erektionsstörungen

Schätzungen zu Folge leiden etwa 2% der Männer unter 40 aber nahezu 60% der Männer über 65 Jahren unter Erektionsstörungen. Im Laufe des Lebens klagen über 50 % der Männer über zumindest vorübergehende Potenzstörungen, was normal ist und nicht behandelt werden muss. Von einer ernstzunehmenden Erektionsstörung ist auszugehen, wenn es über 6 Monate in mehr als 50% der Versuche nicht zu einer sexuellen Vereinigung bei vorschnellem Erektionsverlust, mangelnder Gliedversteifung oder vorschnellem Samenerguss kommt.

"Potenzstörung", "Impotenz", "Erektionsstörung" und "erektile Dysfunktion" bezeichnen die gleiche Problematik.

Erektionsstörungen - Ursachen

Die Ursachen für Potenzstörungen sind vielfältig. Etwa 30 % der Erektionsstörungen haben rein psychische Ursachen. Bei 70 % der Erektionsstörungen findet man körperliche Ursachen. Diese sind:
  • 50 % Erkrankungen der Arterien
  • 20 % Erkrankungen der Schwellkörper und Venen
  • 20 % Erkrankungen der Nervenversorgung
  • 10 % Störungen des Hormonhaushaltes
Häufig sind Erkrankungen des Gefäßsystems die Ursache für Erektionsstörungen. Sie werden häufig hervorgerufen durch Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck (besonders wenn er nicht behandelt wird) und Fettstoffwechselstörungen, die zu Ablagerungen an Gefäßwänden führen. Auch Alkohol, Nikotin und andere Drogen können die Wände der Blutgefäße schädigen. Oft ist eine erektile Dysfunktion das erste Anzeichen für Erkrankungen am Gefäßsystem, die sich später auch als Herzinfarkt oder Schlaganfall bemerkbar machen können.

Auch Erkrankungen des Nervensystems sind möglicherweise ein Ausdruck einer Grunderkrankung wie Diabetes mellitus. Aber es können auch Zerstörungen der Nervenbahnen, beispielsweise durch Schäden an der Wirbelsäule im Rahmen eines Verkehrsunfalles oder selten Nervenverletzungen durch Operationen am Enddarm zu Grunde liegen.

Stoffwechselstörungen, wie ein starker Mangel an dem männlichen Sexualhormon Testosteron, eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse oder erhöhte Blutspiegel des Stresshormons Prolaktin beeinträchtigen die Erektion.

Die Psyche spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Erektion und daher können beispielsweise Versagensängste, Stress im Beruf oder Partnerschaftsprobleme für eine erektile Dysfunktion verantwortlich sein.

Da die möglichen Ursachen sehr vielfältig sind und hier auch nur eine Auswahl vorgestellt werden konnte, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Diagnose zu stellen und eine wirksame Behandlung zu ermöglichen.

Details zum normalen Ablauf der Erektion

Die Erektion kommt durch ein Zusammenspiel von Hormonen, Nerven- und Gefäßsystem zustande:
wichtig ist ein gesteigerter Zufluss und ein gedrosselter Abfluss von Blut in den bzw. aus dem Penis.

Zunächst erfassen Sinnesorgane Reize, die über Nervenbahnen an Gehirn und Rückenmark weitergeleitet werden. Bei diesen Reizen kann es sich um Gerüche, Berührungen, Bilder oder Töne handeln.

Aus Zentren des Gehirns gelangen nun Signale zum Rückenmark und von dort zu den Muskelfasern an den Gefäßen, die Blut zum Penis und den Schwellkörpern des Penis führen, die man als ein schwammartiges Netz von Blutgefäßen beschreiben kann. Die Muskelfasern sind normalerweise angespannt. Für eine Erektion ist es notwendig, dass diese Fasern sich entspannen und so einen vermehrten Bluteinstrom ermöglichen.

Dazu werden Stoffe namens Stickstoffmonoxid und Prostaglandin E1 ausgeschüttet. Über mehrere Zwischenschritte kommt es zu einem Kalziumausstrom aus der Zelle, was zu deren Relaxation führt.

Durch den erhöhten Einstrom von Blut werden die Gefäße, die normalerweise das Blut aus dem Penis abführen und eine sehr dünne, schwache Wand besitzen, gegen eine kräftige Schicht Bindegewebe gedrückt, so dass ein Abfluss nicht mehr möglich ist.

Das Steifwerden des Penis wird noch durch die Anspannung eines großen Muskels, der vom Beckenknochen auf die Rückseite des Penis führt, unterstützt. Durch diese Mechanismen können im Schwellkörper Blutdruckwerte von bis zu 1000 mmHg erreicht werden!

Das Ende der Erektion wird durch die Aktivität eines vegetativen Nerves, des Sympathikus, herbeigeführt. Er initiiert ein erneutes Anspannen der Muskelfasern, die an den Blutgefäßen liegen. Somit kann das Blut den Penis wieder verlassen.
Filmbeitrag:
Wechseljahre des Mannes
Wechseljahre des Mannes - Mythos oder Realität? Unter diesem Titel wurde am 15.09.2010 im SWR-Fernsehen ein Filmbeitrag ausgestrahlt, der teilweise in unserer Praxis und teilweise in der Uniklinik Freiburg gedreht wurde. SWR-Autor Harold Woetzel portraitiert in seinem Film Männer in der Lebensmitte zwischen Midlife-Crisis und Hormontief und fragt nach Wegen aus der Krise.
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