Was ist die Prostata?


Die Prostata ist das Sexualorgan des Mannes. Sie ist verantwortlich für die Produktion eines Großteils der Samenflüssigkeit und bewirkt im Rahmen der Ejakulation durch rhythmische Kontraktionen einen wesentlichen Teil der Orgasmusempfindung. Verschiedene Autoren bezeichnen sie als männlichen G-Punkt. Durch Zusammenziehen des Blasenhalses verhindert sie den Rückstoß des Ejakulats in die Blase. Die Prostata ("Vorsteherdrüse") ist ein kastaniengroßes Organ, dessen Aufgabe es ist, ein Sekret zu produzieren, das den Samenzellen (Spermatozoen) zugefügt wird, bevor diese beim Geschlechtsverkehr den männlichen Körper verlassen. Es enthält zahlreiche Bestandteile, welche die Beweglichkeit der Samenzellen beeinflussen, z. B. Spermin, und die für die flüssige Konsistenz des Samenergusses sorgen. Spermin verursacht zudem auch den typischen Geruch der Samenflüssigkeit nach Kastanienblüten.

Diese Funktion wird von Drüsen wahrgenommen, die in viel Bindegewebe und Muskulatur eingebettet sind. Das Zusammenziehen der Muskulatur ist ein wichtiges Element der Ejakulation, bei der die Samenzellen freigesetzt werden. Das gesamte Organ ist zudem von einer derben Kapsel umgeben. Etwa 60 % des Volumens des Samenergusses stammen aus der Prostata. Die Flüssigkeit wird über 20 bis 25 Ausführungsgänge abgegeben, die in die Harnröhre münden.


Aufbau der Prostata

Die Form der Prostata wird häufig mit einer Kastanie verglichen, was bei einer normal entwickelten Prostata mit Seitenlappenvergrößerung durchaus stimmt. Allerdings kann sich die Form der Prostata durch asymmetrische Vergrößerung (Vergrößerung eines Seitenlappens oder isolierte Vergrößerung des Mittellappens) durchaus erheblich davon unterscheiden. Innerhalb der durch festes Bindegewebe gebildeten Prostatakapsel liegt das Drüsenorgan der Prostata, welches sich aus 20 bis 25 Drüsengängen mit etlichen Verzweigungen zusammensetzt. Zwischen diesem Blutsystem der Drüsen finden sich die Gewebe- und Muskelfasern.

Betrachtet man die Prostata unter dem Mikroskop, erkennt man, dass sie aus mehreren Zonen besteht, die schichtartig um den Anfangsteil der Harnröhre herum angeordnet sind. Nach neueren anatomischen Erkenntnissen wird nach Mc Neal die Prostata in fünf Zonen unterteilt, zwei seitliche, eine mittlere, eine vordere und eine hintere Zone.

Der vordere anteriore Anteil enthält vermehrt Muskel-und Bindegewebsanteile, der hintere Anteil vermehrt Drüsengewebe. Beim hinteren Teil wird zwischen einem zentralen und einem peripheren Bereich unterschieden. Seitlich des Samenhügels liegt die Übergangszone, der Ausgangspunkt der gutartigen Prostatavergrößerung.

  • Die hintere Zone umgreift die Harnröhre und besteht vorwiegend aus Drüsengewebe. Sie macht den kleinsten Anteil des Organs aus.
  • Die vordere Zone hat einen Anteil von etwa 25% der Prostata. Verzweigte Drüsen sind in dicht gepacktes Bindegewebe und viele Muskelzellen eingebettet.
  • Der größte Teil der Prostata, die Außenzone mit knapp 75%, besteht aus 30 bis 40 Drüsen, welche in elastische Fasernetze und Muskelzellen eingelagert sind.
  • Das Prostatakarzinom, eine Krebserkrankung der Prostata, geht meistens von dieser Außenzone aus. Daher kann es bei der körperlichen Untersuchung durch den Arzt häufig getastet werden.

Wo liegt die Prostata?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt genau über dem Damm zwischen dem hinteren Ansatz des Hodensackes und dem Anus. Sie befindet sich unterhalb der Harnblase zwischen Schließmuskel und Blasenboden und bildet den hinteren Teil der Harnröhre, auch prostatische Harnröhre genannt. Hier liegt nahe dem Schließmuskel in der Hinterwand der Samenhügel, der Colliculus seminalis. In ihn münden die Ausführungsgänge der Prostata und der Samenblasen. Die Harnröhre führt durch den äußeren Schließmuskel zwischen den Schwellkörpern bis zum Harnröhrenausgang, dem sog. Meatus.

Der äußere Schließmuskel wird von der Beckenmuskulatur gebildet. Dies ist ein komplexes System verschiedener Muskeln, welche die Harn- und Stuhlkontinenz gewährleisten. Zum Enddarm hin ist die Prostata nur durch eine dünne Gewebeschicht, der Denonvieller´schen Faszie, getrennt. Innerhalb der durch festes Bindegewebe gebildeten Prostatakapsel liegt das Drüsenorgan der Prostata, welches sich aus 20 bis 25 Drüsengängen mit etlichen Verzweigungen zusammen setzt. Zwischen diesem Blutsystem der Drüsen befinden sich die Gewebe- und Muskelfasern. Die Prostata befindet sich unterhalb der Harnblase, liegt dieser mit ihrer Basis an und bildet den hinteren Teil der Harnröhre (prostatische Harnröhre). Dies erklärt, weshalb als häufigstes Merkmal einer Prostataerkrankung Störungen beim Wasserlassen auftreten.

Die Prostata liegt dem Enddarm an. Das ist von Bedeutung, weil der Arzt bei der körperlichen Untersuchung die Prostata von hier aus mit dem Finger ertasten kann - er beurteilt dabei, ob sie vergrößert, verhärtet oder unregelmäßig begrenzt ist. So kann bei aufgetretenen Beschwerden oft bereits eine Verdachtsdiagnose gestellt oder im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ein Krebsleiden möglicherweise rechtzeitig erkannt werden.

Allerdings ist wichtig zu wissen, dass nur 30 % der Prostatakrebserkrankungen durch den Tastfinger rechtzeitig erkannt werden. Darüber hinaus bieten Zusatzuntersuchungen wie
PSA-Test ODER Ultraschalluntersuchung der Prostata
eine deutlich höhere Sicherheit. Durch diese zusätzlichen Untersuchungen kann Prostatakrebs mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 % rechtzeitig erkannt werden.


Welche Beschwerden treten auf?

Wegen der Nähe der Prostata zur Harnröhre, die für den Abfluss des Urins wichtig ist, und zum Enddarm sowie wegen ihrer Funktion beim Samenerguss während der Ejakulation, ergeben sich bei Erkrankungen der Prostata typische Beschwerden, die durch weitergehende ärztliche Untersuchungen bestimmten Erkrankungen zugeordnet werden können. So nimmt der Patient möglicherweise eines oder mehrere der folgenden Symptome wahr:

allgemeine Symptome bei Prostataerkrankungen:

  • Zögernder Beginn beim Wasserlassen
  • Abnehmende Kraft des Harnstrahls
  • Nachträufeln
  • Wasserlassen in mehreren Portionen
  • Gefühl der unvollständigen Harnentleerung
  • Häufiges oder fehlendes Wasserlassen. Ist die Möglichkeit einer Entleerung der Harnblase nicht mehr gegeben, kann ein Harnverhalt mit starken Schmerzen im Unterleib auftreten.
  • Häufiges Wasserlassen während der Nacht
  • Ständiger Harndrang

Symptome bei entzündlichen Prostataerkrankungen:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Druckgefühl im Dammbereich
  • Ausstrahlende Schmerzen in die Hoden
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen während des Samenergusses
  • Blut im Urin oder Sperma

Prostataerkrankungen

Synonym: psychovegetatives Urogenitalsyndrom, Prostatopathie

So bezeichnet man einen Reizzustand der Prostata nach Ausschluss eines bakteriellen Entzündung oder anderen fassbaren Erkrankung der Prostata. Auslösende Faktoren sind Unregelmäßigkeiten in der Lebensführung, unregelmäßige sexuelle Aktivität, Kälte und Nässereize. Es treten wechselnde Schmerzen im Unterleib und Genitalbereich, Nachträufeln und unklares Brennen im Harnröhrenbereich ohne bakterielle Entzündung auf. Bisweilen treten auch Schmerzen und Spannungszustände bei und nach der Ejakulation auf.

Die Prostata ein Stressorgan
Die Prostata wird durch das vegetative Nervensystem innerviert und ist genauso wie andere vegetative Organe wie z. B. Harnblase oder Magen von Spannungszuständen und Stress abhängig. Stress, Reizüberflutung und ständige Überlastung können sich bei entsprechend empfindlichen Patienten auf "die Prostata schlagen". Hier ist es besonders wichtig eine bakterielle Ursache durch eine gründliche mikrobiologische Diagnostik sicher ausgeschlossen zu haben. Meist weist jedoch der chronische Verlauf und die Vorgeschichte des Patienten auf eine nicht bakterielle Prostatitis bzw. Prostatodynie hin.

Mangelnde Sexualhygiene, lange Phasen sexueller Abstinenz und fehlendes Wissen über die Funktion der Prostata führen häufig auch zu unangenehmen Spannungszuständen der Prostata. Aber auch fehlerhafte Lebensgewohnheiten, wie Bewegungsmangel und langes Sitzen, führen zur Stauung im Bereich des kleinen Beckens und entsprechenden Schwellungszuständen der Prostata. Gleiches wird durch Obstipation bei entsprechenden Ernährungsfehlern und ballaststoffarmer Ernährung ausgelöst. Hier helfen Vermeidung von Prostata-"Stressfaktoren", richtige Ernährung sowie regelmäßige körperliche und sexuelle Aktivität.

Verschiedene Mikroorganismen können eine Entzündung der Prostata verursachen. Diese Entzündungen sind häufig langwierig und nur durch konsequente und längerfristige Antibiotikatherapie auszubehandeln. Entzündliche Schwellungszustände werden in erster Linie durch bakterielle Entzündungen ausgelöst. Bakterien dringen meist über die Harnröhre in die Ausführungsgänge der Prostata im Bereich des Samenhügels ein. Die Läppchenstruktur der Prostata begünstigt das Einnisten von Bakterien und fördert die Entwicklung von chronischen Entzündungen. Normalerweise führen Antikörper, welche von den Schleimhäuten im Bereich der Harnröhre produziert werden (IGA Antikörper), zur Abwehr der feindlichen Organismen.

Diese Abwehrmechanismen werden jedoch bei aggressiven Krankheitserregern oder Schwächung des eigenen Immunsystems überwunden. Selten gelangen Krankheitserreger auch über die Blutbahn in das Zielorgan Prostata und führen hier zu einer entsprechenden Beschwerdesymptomatik. Die eingedrungenen Bakterien vermehren sich in den Prostatadrüsenläppchen und führen hier zu einer Schwellung und einer vermehrten Durchblutung des Organs. Als Symptome treten auf: Schmerzen beim Wasserlassen, Nachträufeln, ziehende Hodenschmerzen, Druckgefühl im Dammbereich, Schmerzen beim Sitzen, Schüttelfrost und Fieber. Bei einer besonders schweren Verlaufsform, dem Prostataabszess, sammelt sich Eiter innerhalb der Prostata und führt zu einem schweren Krankheitsbild mit ausgeprägten Schmerzen und hohem Fieber.

Die Chronische Prostatitis ist eine langjährige, meist immer wieder auftretende Erkrankung. Sie erfordert vom Patienten viel Geduld und Disziplin, um sich über die Zusammenhänge klar zu werden und entsprechende Veränderungen der Lebensgewohnheiten zu berücksichtigen.

Ursachen:

  • Meist sind vorausgegangene Entzündungen kaum bemerkt abgelaufen und wurden nicht austherapiert. Unter Umständen haben zu früh eingestellte Antibiotikabehandlungen oder nicht testgerechte Antibiose die Bakterienentzündung verschleppt. Weitere Gründe können in abgekapselten Entzündungen der Prostata liegen.
  • Auch immer wieder auftretende Partnerinfektionen (Pingpong- Effekt) spielen häufig eine Rolle.
  • Störungen der Immunabwehr durch mangelnde Stresskompensation, fehlerhafte Lebensweise und Fehlernährung können ursächlich sein.
  • Mangelnde sexuelle Aktivität führt zu Retention der Prostatasekrete mit Verkalkungen im Bereich der Ausführungsgänge und kann hier zu schwelenden Entzündungsherden beitragen.

Synonym: Benigne Prostatahyperplasie, (Abk.: BPH)

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist die häufigste Erkrankung des Mannes, jenseits der Lebensmitte. 70 % aller Männer, welche das 70. Lebensjahr erreichen, entwickeln eine BPH mit den entsprechenden Symptomen einer Abflussbehinderung. Es kommt zu Vermehrung des fibromuskulären Bindegewebes im Bereich der sog. Übergangszone. Durch die Vergrößerung der Prostata kommt es zur Einengung der hinteren Harnröhre. Es kommt im Anfangsstadium zu irritativen Beschwerden mit gehäuftem Wasserlassen, vermehrtem Harndrang und nächtlichem Wasserlassen. Im weiteren Verlauf kommt es zur Abschwächung des Harnstrahls und zu unvollständigen Blasenentleerungen. Es treten Restharnbildung und Verdickung der Blasenwand auf. Im fortgeschrittenen, nicht behandelten Stadium der BPH, kann es zum Harnaufstau mit Stauungssymptomatik beider Nieren kommen, was unbehandelt zu Nierenversagen und zum Tod führen kann. Diese Komplikation ist heutzutage doch sehr selten geworden. Bei der Diagnose der BPH kann ein Fragebogen, der IPSS-Score, helfen, den Sie an dieser Stelle selbständig ausfüllen können.

Synonym: Prostatakarzinom

Prostatakarzinom ist bei Männern die häufigste Krebsart und in Deutschland bei ihnen die zweithäufigste Todesursache. Die weltweite Zunahme der Prostatakrebserkrankungen ( in USA rechnet man in den nächsten 3 Jahren mit 1.000.000 neu diagnostizierten Prostatakrebserkrankungen) ist nicht allein durch verbesserte Untersuchungsmethoden und die zunehmende Lebenserwartung zu erklären. Bislang noch nicht völlig bekannte Faktoren führen zu einer dramatischen Zunahme der Neuerkrankungen. Wichtigste Maßnahme der Früherkennung ist die regelmäßige Vorsorge (1x jährlich), welche durch zusätzliche Inanspruchnahme von PSA-Test und Prostata-Ultraschall eine hohe Sicherheit der Früherkennung gewährt. Prostatakrebs ist im Frühstadium durch rechtzeitige Operation heilbar. Durch Ernährung kann in gewisser Hinsicht Vorbeugung getroffen werden. Hier zeigt sich, dass die fernöstliche Küche und der reichliche Genuss an Phytoöstrogenen einen hemmenden Einfluss haben. Zu näheren Informationen hierzu besuchen Sie auch die Seite "Die Prostatadiät (www.prostatadiaet.de)". Die Anfangsphase der Erkrankung verläuft schleichend, Symptome treten erst im fortgeschrittenem Stadium auf. Im Anfangsstadium spürt der Patient keine Beschwerden. Die bei der Vorsorgeuntersuchung tastbare Verhärtung der Prostata tritt meist erst bei fortgeschrittenem Stadium des Prostatakrebses, auf. Symptome beim Prostatakarzinom können sein: Unklare Schmerzen im Unterbauch, Blut im Sperma oder Blut im Urin. Bisweilen treten aber auch Beschwerden beim Wasserlassen, wie bei der gutartigen Prostatavergrößerung auf. Die Unterscheidung, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung der Prostata handelt, kann nur über eine Gewebeprobe Prostatastanzbiopsie) erfolgen. Da das Prostatakarzinom im Frühstadium geheilt werden kann, und eine Vorbeugung möglich ist, wird eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (1x/Jahr) dringend empfohlen.


Behandlung, Vorbeugung und Vorsorge

Prostataadenom

Die Benigne Prostatahyperplasie liegt bei 70% der Männer über 50 vor, auch wenn natürlich nicht alle behandlungspflichtig werden. Folgende Risikofaktoren sind bekannt:

  • Alter
  • Westliche Ernährung
  • Androgene Umwelteinflüsse der Industriegesellschaft

In der Prävention spielen Bewegung und Ernährung eine entscheidende Rolle. Bei Beschwerden liegt das Behandlungsziel darin, wieder ein problemloses Wasserlassen zu ermöglichen. Im Anfangsstadium können einerseits Medikamente verabreicht werden, die auf die Muskulatur der Blase und der Prostata entspannend wirken (Alphablocker) und andererseits solche, die die Größe der Prostata vermindern (Finasterid). Pflanzenpräparate (Phytotherapie) haben ihre Berechtigung bei vorwiegend irritativen Beschwerden (Reizbehandlung). Ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten und sprechen medikamentöse Behandlungen nur unzureichend an, erfolgen operative Behandlungsverfahren der Prostata.

Operative Behandlungsverfahren:

  • Prostataresektion (TURP)
    Hier wird die Prostata durch die Harnröhre ausgeschält, der Randbereich bleibt zurück.
  • offene Prostataenukleation
    nach Bauchschnitt wird das Prostatagewebe aus der Kapsel gelöst
  • Lasertherapie
    das Prostatagewebe wird durch Laseranwendung karbonisiert
  • Thermotherapie
    das Prostatagewebe wird durch Mikrowellenthermotherapie auf 70 bis 80 Grad erhitzt und denaturiert
  • Nadelablation
    durch Einstechen einer Nadel in den Mittellappen der Prostata wird dieser erhitzt und verbrannt
  • Evaporisation
    das Gewebe wird durch eine Rollelektrode verdampft
  • Kryobehandlung
    mittels Flüssigstickstoff wird das Prostatagewebe vereist

Es gibt zahlreiche weitere Operationsverfahren der Prostata, welche die Verkleinerung der Prostata und die Entfernung des Adenoms zur Folge haben. Jedes operative Verfahren hat spezielle Risken sowie Vor- und Nachteile. Deshalb sollte in jedem Fall zur Abklärung und Behandlung der Urologe aufgesucht werden. Er wird den Patienten über die Vorgehensweise entsprechend beraten.

Prostatakarzinom

Wichtigste Maßnahme zur rechtzeitigen Erkennung ist die jährliche Vorsorgeuntersuchung. Bekannte Risikofaktoren sind:

  • familiäre Belastung
  • westliche Ernährung (Fettleibigkeit, vermehrter Verzehr tierischer Fette)
  • Kadmiumbelastung

Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass das Prostatakarzinom in Ostasien wesentlich seltener auftritt als bei uns. Als Ursache für diesen Umstand kommen die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten in Betracht.

Schützende Substanzen:

  • "Phytoöstrogene" sind Substanzen, die aus Pflanzen gewonnen werden und eine schwache Östrogenwirkung haben (Östrogene sind eigentlich die weiblichen Sexualhormone, die jedoch in geringer Konzentration auch im männlichen Organismus zu finden sind). Phytoöstrogene sind in Soja, Tee, Früchten (z. B. Äpfeln) und Gemüsen (z. B. Zwiebeln) zu finden.
  • Vitamine: Vitamin C, D und E
  • Spurenelemente: Selen
  • Getreide

Durch eine gesunde Ernährung kann also diesem Krebsleiden zum Teil vorgebeugt werden. Besuchen Sie auch die Seite "Die Prostatadiät (www.prostatadiaet.de)".

Behandlungsmethoden:

Ist jedoch ein Prostatakarzinom erst einmal festgestellt worden, kommen als Therapie in Abhängigkeit von der Ausdehnung des Befundes folgende Behandlungsmethoden in Betracht:

  • Operative Entfernung der gesamten Prostata (radikale Prostatektomie)
  • Strahlentherapie
  • Bestrahlung von außen
  • Spickung der Prostata mit radioaktiven Stäbchen (seeds)
  • Hormonentzugstherapie

Die Tumorzellen benötigen das männliche Sexualhormon Testosteron. Entzieht man Testosteron, wachsen die Karzinomzellen langsamer oder verkümmern. Dies ist möglich durch die regelmäßige Gabe eines Medikaments (GnRH-Analoga), welches im Abstand von 4 bis 12 Wochen unter die Haut gespritzt wird.