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Welche Beschwerden treten auf?

Wegen der Nähe der Prostata zur Harnröhre, die für den Abfluss des Urins wichtig ist, und zum Enddarm sowie wegen ihrer Funktion beim Samenerguss während der Ejakulation, ergeben sich bei Erkrankungen der Prostata typische Beschwerden, die durch weitergehende ärztliche Untersuchungen bestimmten Erkrankungen zugeordnet werden können.
 
So nimmt der Patient möglicherweise eines oder mehrere der folgenden Symptome wahr:

allgemeine Symptome bei Prostataerkrankungen:
  • Zögernder Beginn beim Wasserlassen
  • Abnehmende Kraft des Harnstrahls
  • Nachträufeln
  • Wasserlassen in mehreren Portionen
  • Gefühl der unvollständigen Harnentleerung
  • Häufiges oder fehlendes Wasserlassen. Ist die Möglichkeit einer Entleerung der Harnblase nicht mehr gegeben, kann ein Harnverhalt mit starken Schmerzen im Unterleib auftreten.
  • Häufiges Wasserlassen während der Nacht
  • Ständiger Harndrang

Symptome bei entzündlichen Prostataerkrankungen:
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Druckgefühl im Dammbereich
  • Ausstrahlende Schmerzen in die Hoden
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen während des Samenergusses
  • Blut im Urin oder Sperma
Prostataerkrankungen:
› Prostatodynie
Synonym: psychovegetatives Urogenitalsyndrom, Prostatopathie

So bezeichnet man einen Reizzustand der Prostata nach Ausschluss eines bakteriellen Entzündung oder anderen fassbaren Erkrankung der Prostata.

Auslösende Faktoren sind Unregelmäßigkeiten in der Lebensführung, unregelmäßige sexuelle Aktivität, Kälte und Nässereize.

Es treten wechselnde Schmerzen im Unterleib und Genitalbereich, Nachträufeln und unklares Brennen im Harnröhrenbereich ohne bakterielle Entzündung auf. Bisweilen treten auch Schmerzen und Spannungszustände bei und nach der Ejakulation auf.

Die Prostata ein Stressorgan
Die Prostata wird durch das vegetative Nervensystem innerviert und ist genauso wie andere vegetative Organe wie z. B. Harnblase oder Magen von Spannungszuständen und Stress abhängig. Stress, Reizüberflutung und ständige Überlastung können sich bei entsprechend empfindlichen Patienten auf "die Prostata schlagen".

Hier ist es besonders wichtig eine bakterielle Ursache durch eine gründliche mikrobiologische Diagnostik sicher ausgeschlossen zu haben. Meist weist jedoch der chronische Verlauf und die Vorgeschichte des Patienten auf eine nicht bakterielle Prostatitis bzw. Prostatodynie hin.

Mangelnde Sexualhygiene, lange Phasen sexueller Abstinenz und fehlendes Wissen über die Funktion der Prostata führen häufig auch zu unangenehmen Spannungszuständen der Prostata.

Aber auch fehlerhafte Lebensgewohnheiten, wie Bewegungsmangel und langes Sitzen, führen zur Stauung im Bereich des kleinen Beckens und entsprechenden Schwellungszuständen der Prostata. Gleiches wird durch Obstipation bei entsprechenden Ernährungsfehlern und ballaststoffarmer Ernährung ausgelöst. Hier helfen Vermeidung von Prostata-"Stressfaktoren", richtige Ernährung sowie regelmäßige körperliche und sexuelle Aktivität.
› Prostatitis
Verschiedene Mikroorganismen können eine Entzündung der Prostata verursachen. Diese Entzündungen sind häufig langwierig und nur durch konsequente und längerfristige Antibiotikatherapie auszubehandeln.

Entzündliche Schwellungszustände werden in erster Linie durch bakterielle Entzündungen ausgelöst. Bakterien dringen meist über die Harnröhre in die Ausführungsgänge der Prostata im Bereich des Samenhügels ein. Die Läppchenstruktur der Prostata begünstigt das Einnisten von Bakterien und fördert die Entwicklung von chronischen Entzündungen. Normalerweise führen Antikörper, welche von den Schleimhäuten im Bereich der Harnröhre produziert werden (IGA Antikörper), zur Abwehr der feindlichen Organismen.

Diese Abwehrmechanismen werden jedoch bei aggressiven Krankheitserregern oder Schwächung des eigenen Immunsystems überwunden. Selten gelangen Krankheitserreger auch über die Blutbahn in das Zielorgan Prostata und führen hier zu einer entsprechenden Beschwerdesymptomatik. Die eingedrungenen Bakterien vermehren sich in den Prostatadrüsenläppchen und führen hier zu einer Schwellung und einer vermehrten Durchblutung des Organs. Als Symptome treten auf: Schmerzen beim Wasserlassen, Nachträufeln, ziehende Hodenschmerzen, Druckgefühl im Dammbereich, Schmerzen beim Sitzen, Schüttelfrost und Fieber.

Bei einer besonders schweren Verlaufsform, dem Prostataabszess, sammelt sich Eiter innerhalb der Prostata und führt zu einem schweren Krankheitsbild mit ausgeprägten Schmerzen und hohem Fieber.
› Chronische Prostatitis
Die Chronische Prostatitis ist eine langjährige, meist immer wieder auftretende Erkrankung. Sie erfordert vom Patienten viel Geduld und Disziplin, um sich über die Zusammenhänge klar zu werden und entsprechende Veränderungen der Lebensgewohnheiten zu berücksichtigen.
 
Ursachen:
  • Meist sind vorausgegangene Entzündungen kaum bemerkt abgelaufen und wurden nicht austherapiert. Unter Umständen haben zu früh eingestellte Antibiotikabehandlungen oder nicht testgerechte Antibiose die Bakterienentzündung verschleppt. Weitere Gründe können in abgekapselten Entzündungen der Prostata liegen.
  • Auch immer wieder auftretende Partnerinfektionen (Pingpong- Effekt) spielen häufig eine Rolle.
  • Störungen der Immunabwehr durch mangelnde Stresskompensation, fehlerhafte Lebensweise und Fehlernährung können ursächlich sein.
  • Mangelnde sexuelle Aktivität führt zu Retention der Prostatasekrete mit Verkalkungen im Bereich der Ausführungsgänge und kann hier zu schwelenden Entzündungsherden beitragen.
› Prostataadenom
Synonym: Benigne Prostatahyperplasie, (Abk.: BPH)

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist die häufigste Erkrankung des Mannes, jenseits der Lebensmitte. 70 % aller Männer, welche das 70. Lebensjahr erreichen, entwickeln eine BPH mit den entsprechenden Symptomen einer Abflussbehinderung. Es kommt zu Vermehrung des fibromuskulären Bindegewebes im Bereich der sog. Übergangszone. Durch die Vergrößerung der Prostata kommt es zur Einengung der hinteren Harnröhre. Es kommt im Anfangsstadium zu irritativen Beschwerden mit gehäuftem Wasserlassen, vermehrtem Harndrang und nächtlichem Wasserlassen. Im weiteren Verlauf kommt es zur Abschwächung des Harnstrahls und zu unvollständigen Blasenentleerungen. Es treten Restharnbildung und Verdickung der Blasenwand auf. Im fortgeschrittenen, nicht behandelten Stadium der BPH, kann es zum Harnaufstau mit Stauungssymptomatik beider Nieren kommen, was unbehandelt zu Nierenversagen und zum Tod führen kann. Diese Komplikation ist heutzutage doch sehr selten geworden.

Bei der Diagnose der BPH kann ein Fragebogen, der IPSS-Score, helfen, den Sie an dieser Stelle selbständig ausfüllen können.
› Prostatakrebs
(Synonym: Prostatakarzinom)
 
Prostatakarzinom ist bei Männern die häufigste Krebsart und in Deutschland bei ihnen die zweithäufigste Todesursache. Die weltweite Zunahme der Prostatakrebserkrankungen ( in USA rechnet man in den nächsten 3 Jahren mit 1.000.000 neu diagnostizierten Prostatakrebserkrankungen) ist nicht allein durch verbesserte Untersuchungsmethoden und die zunehmende Lebenserwartung zu erklären. Bislang noch nicht völlig bekannte Faktoren führen zu einer dramatischen Zunahme der Neuerkrankungen.

Wichtigste Maßnahme der Früherkennung ist die regelmäßige Vorsorge (1x jährlich), welche durch zusätzliche Inanspruchnahme von PSA-Test und Prostata-Ultraschall eine hohe Sicherheit der Früherkennung gewährt. Prostatakrebs ist im Frühstadium durch rechtzeitige Operation heilbar.

Durch Ernährung kann in gewisser Hinsicht Vorbeugung getroffen werden. Hier zeigt sich, dass die fernöstliche Küche und der reichliche Genuss an Phytoöstrogenen einen hemmenden Einfluss haben. Zu näheren Informationen hierzu besuchen Sie auch die Seite "Die Prostatadiät (www.prostatadiaet.de)".

Die Anfangsphase der Erkrankung verläuft schleichend, Symptome treten erst im fortgeschrittenem Stadium auf.

Im Anfangsstadium spürt der Patient keine Beschwerden. Die bei der Vorsorgeuntersuchung tastbare Verhärtung der Prostata tritt meist erst bei fortgeschrittenem Stadium des Prostatakrebses, auf. Symptome beim Prostatakarzinom können sein: Unklare Schmerzen im Unterbauch, Blut im Sperma oder Blut im Urin. Bisweilen treten aber auch Beschwerden beim Wasserlassen, wie bei der gutartigen Prostatavergrößerung auf. Die Unterscheidung, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung der Prostata handelt, kann nur über eine Gewebeprobe Prostatastanzbiopsie) erfolgen.

Da das Prostatakarzinom im Frühstadium geheilt werden kann, und eine Vorbeugung möglich ist, wird eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (1x/Jahr) dringend empfohlen.
› Behandlung
Rechtzeitig erkannt, kann Prostatakrebs durch frühzeitige Operation (radikalen Prostatektomie) geheilt werden.

Alternative Behandlungsverfahren sind:

Strahlentherapie
Hier wird die externe Strahlentherapie und die Spickung der Prostata mit radioaktiven Implantaten (seeds) durchgeführt.

Hormonentzugstherapie
Da das Prostatakrebswachstums vom Vorhandensein des männlichen Hormons Testosteron abhängig ist, wird durch eine Hormonentzugsbehandlung auf chemischen Weg eine Kastration ausgelöst. Diese Behandlung führt zu einer Rückbildung der Prostatakarzinomzellen und häufig zu einer Rückbildung des Prostatakrebses. Alternativ kann man durch operative Entfernung der Hoden die Testosteronproduktion unterbunden werden. Die Nebenwirkungen des Eingriffs sind sämtliche Symptome, welche im Rahmen des Testosteronmangelsyndroms beschrieben wurden.

Leider sind derzeit noch keine umsetzbaren gentechnologischen Behandlungsmethoden verfügbar. Allerdings zeigen die Auswertungen erster Studien vielversprechende Perspektiven für die weitere Zukunft.
Filmbeitrag:
Wechseljahre des Mannes
Wechseljahre des Mannes - Mythos oder Realität? Unter diesem Titel wurde am 15.09.2010 im SWR-Fernsehen ein Filmbeitrag ausgestrahlt, der teilweise in unserer Praxis und teilweise in der Uniklinik Freiburg gedreht wurde. SWR-Autor Harold Woetzel portraitiert in seinem Film Männer in der Lebensmitte zwischen Midlife-Crisis und Hormontief und fragt nach Wegen aus der Krise.
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