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Die Wechseljahre des Mannes - Was kann ich tun?
Liegen mehrere der oben aufgeführten Symptome vor, welche auf einen möglichen Hormonmangel im Rahmen der Wechseljahre hinweisen, so sollte zunächst ein Arztbesuch erfolgen.Hier kommt es darauf an,
- eine andere körperliche Ursache der Symptome auszuschließen (verschiedene andere chronische Erkrankungen können ähnliche Symptome auslösen!)
- durch morgendliche Hormonspiegelbestimmung gegebenenfalls einen Hormonmangel zu bestätigen
- durch körperliche Untersuchungen den derzeitigen Befund zu erheben und im Hinblick auf eine mögliche Hormonersatzbehandlung das Vorliegen eines Prostatakrebses auszuschliessen
- Erschöpfungssyndrom des Hodengewebes
- vermindertes Ansprechen der Hirnanhangsdrüse auf erniedrigte Testosteronspiegel
Die Hormonproduktion ist aber auch abhängig von der Lebensführung:
Wichtige äußere Faktoren sind:
- Ernährung
- körperliche Aktivität
- sexuelle Aktivität
- Stressabbau
› Ernährung
Die Ernährung sollte das Normalgewicht zum Ziel haben (body-mass index zwischen 18 und 25), denn Fettgewebe führt zu einer vermehrten Östrogenisierung des Testosteron und verstärkt ein Mangelsyndrom).
› Grundzüge der Ernährung
- Ausgewogen und fettarm, vegetarisch orientiert
- Reichlich Obst und Ballaststoffe
- Reichlich Flüssigkeit (Wasser, Tee), mindestens 2,5 l pro Tag
- Alkohol in Maßen
- Grundzüge der "mediterranen Küche"
› Körperliche Aktivität
Männer mit regelmäßiger körperlicher Aktivität haben einen höheren Testosteronspiegel als inaktive Männer. Deshalb sollte frühzeitig durch regelmässigen Sport die körperliche Fitness und Form erhalten werden. (Jogging, Fahrradfahren, Fitnessclub)
› Sexuelle Aktivität
Die körpereigene Hormonproduktion wird wiederum durch regelmäßige sexuelle Aktivität angeregt. Der sexuellen Freude sollte ausreichend Zeit eingeräumt werden. Inaktivität führt mit der Zeit zum Absinken der Hormonproduktion und damit zu nachlassender Lust auf Sex.
› Stressbewältigung
Nicht kompensierter Stress verkürzt die Lebenserwartung und führt durch Veränderungen der Hormonausschüttung (Cortisol) zur Beschleunigung von Alterungsprozessen. Deshalb sollten folgende Punkte Beachtung finden:
- Lebenshygiene (Stop Nikotin, Drogen und Alkoholexzess)
- Stressbewältigung (Joga, Tai-chi, autogenes Training, Sport)
› Hormontherapie
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Körper fehlendes Testosteron zuzuführen:
- Das Hormon kann einfach in Form von Kapseln eingenommen werden, die dann allerdings dreimal täglich eingenommen werden müssen. Nachteilig ist bei dieser Darreichungsform, dass der Wirkstoff nicht vollständig in das Blut aufgenommen und bereits in der Leber abgebaut wird.
- Testosteron kann auch in einen Muskel gespritzt werden. Die Injektion muss dann alle zwei bis vier Wochen wiederholt werden. Allerdings steigt der Spiegel bei dieser Form steil an und fällt auch steil wieder ab, was als unangenehm empfunden werden kann. Diese Behandlungsform ist kostengünstig und die am meisten verbreitete Methode.
- Eine moderne Methode ist die Anwendung von Hormonpflastern auf der Haut, welche langsam den Wirkstoff freisetzen. Das Pflaster wird morgens gewechselt und imitiert am ehesten den zeitlichen Verlauf der natürlichen Testosteronkurve. Allerdings treten durch Zusatzstoffe häufig Hautreizungen auf. In ähnlicher Weise wirken Hormongele, die auf die Haut aufgetragen werden.
- In einem kleinen ambulanten Eingriff kann ein Testosteronzylinder unter die Bauchdecke eingepflanzt werden. Dieser gibt über vier bis sechs Monate das Hormon an den Körper ab und muss dann ersetzt werden. Allerdings fällt in Verlauf der Behandlung der Testosteronspiegel kontinuierlich ab, so dass sich gegen Ende der Wirkungszeit wieder Beschwerden einstellen können.
› Nebenwirkungen
Die Behandlung mit Testosteron zeichnet sich durch hohe Sicherheit und geringe Nebenwirkungen aus.
Besondere Vorsicht bei der Testosteronbehandlung muss allerdings wegen einer möglichen Wachstumsstimulation eines versteckten Prostatacarcinoms gelten. Deshalb sollte vor jeder Testosteronbehandlung und auch während der Therapie eine urologische Untersuchung erfolgen. Hier sollte durch folgende Untersuchungen ein Prostatakrebs ausgeschlossen werden:
Folgende Kontrollintervalle sind zu empfehlen unter Testosterontherapie:
Besondere Vorsicht bei der Testosteronbehandlung muss allerdings wegen einer möglichen Wachstumsstimulation eines versteckten Prostatacarcinoms gelten. Deshalb sollte vor jeder Testosteronbehandlung und auch während der Therapie eine urologische Untersuchung erfolgen. Hier sollte durch folgende Untersuchungen ein Prostatakrebs ausgeschlossen werden:
- Tastuntersuchung der Prostata
- PSA-Test
- transrektalen Prostata-Ultraschall
Es gibt keine Hinweise, dass Testosteron Prostatakrebs auslöst (es müsste sonst jeder Mann mit normalem Hormonhaushalt daran erkranken), deshalb ist Angst vor der Hormonbehandlung nicht berechtigt. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass 10 % aller Prostatakrebserkrankungen ohne Erhöhung des PSA-Wertes verlaufen. Eine alleinige PSA-kontrolle ist deshalb nicht ausreichend. Da bei älteren Männern häufig versteckte Prostatacarcinome vorliegen (über 80 jährige haben zu ca 50 % versteckten Prostatakrebs) muss unter Hormontherapie ein regelmässiger urologischer check-up erfolgen.
- ¼ jährlich PSA,
- ½ jährlich zusätzlich Tastuntersuchung und rektaler Ultraschall
› Weitere Nebenwirkungen
- Durch die talgdrüsenstimulierende Wirkung des Testosterons kann es zur Ausbildung einer Akne kommen.
- Die Prostata kann sich unter der Behandlung mit Testosteron geringgradig vergrößern.
- Durch Stimulation der Blutbildung kann es bei Überdosierung zur Polyglobulie kommen (zu hoher Anteil roter Blutkörperchen mit Einfluss auf die Fließeigenschaften des Blutes).
- In seltenen Fällen kann bei Männern mit ausgeprägtem Übergewicht und chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung ein bestehendes Schlafapnoesyndrom verstärkt werden.
- Unter Therapie kann es zu einer vorübergehenden und heilbaren Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie) kommen.

